Fast vier Monate nach der Amputation:
Binoche geht es derzeit blendend. Sie darf jeden Tag zwischen einer halben und
einer Stunde mit den anderen Hunden unseres Rudels Toben und Spielen. Dafür
fahren wird mit unserem "Dreibein" in eine alte Sandkuhle in der Nähe, an einen
See im Wald oder auch an den Strand. Das sind die aktuellen Bilder vom Sonntag,
04. November 2007. Binoche hat Spaß !
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Binoche am Strand bei Lindhöft |
![]() Alané verfolgt von Binoche |
![]() Binoche mit Safara, Alané und Ainra |
![]() Wasserfloh Binoche mit Alané |
Leider sind alle Versuche die
Pfote von Binoche zu retten fehlgeschlagen. Zwar ist nach der Amputation einer
Zehe alles in diesem Bereich sehr gut verlaufen – aber die offene Stelle über
dem Gelenk hat sich leider nicht wieder geschlossen - im Gegenteil. Das
Fettgewebe ist völlig abgebaut:
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Am 19.07.07 wurde das gesamte Bein, bis zum
Oberschenkel, abgenommen. Unsere Vorstellung, mit einer Prothese der Hündin das
Bein retten zu können, ist leider nur ein Wunschtraum gewesen. Die Auswirkungen
der Neosporosen sind brutal zerstörerisch, auch wenn die aktiven Erreger durch
starke Antibiotika (Fast ein Art Chemotherapie) bereits nach Indikation
abgetötet wurden.
Unsere einzige Hoffnung liegt nun darin, daß nach der
Abnahme des gesamten Beines das Übel mit der Wurzel entfernt ist und es nicht
weitergeht. Die Organe sind nach nunmehr 16 Monaten (so alt ist ja auch) schwer
belastet.
Auch kann zur Zeit eine
Schilddrüsenfehlfunktion nicht ausgeschlossen werden – was allerdings wegen des
bis dato notwendigen Cortisons - nicht getestet werden kann.
Morgens um 8 wurde Sie
narkotisiert und um 17 Uhr haben wir die Kleine wieder abgeholt. Die ersten
Stunden waren schlimm. Sie wollte/mußte sich lösen – konnte aber weder
selbständig aufstehen, noch sich bewegen. Wir haben ihr ein Geschirr (mit
Haltegriff oben) angezogen und unter dem Bauch ein Handtuch umgelegt, um sie zu
stabilisieren. Dennoch war der Anfang sehr schwierig. Mitten in der Nacht konnte
sie dann den Blaseninhalt nicht mehr halten – aber auch nicht im stehen
urinieren – so lag die Arme dann auf dem Rasen und hat sich über das gesunde
Bein uriniert. Es war ein trauriges Bild und die Frage, ob dies der richtige Weg
war, kam sofort wieder auf.
20.07.07
Es begann, wie es in der Nacht endete – Binoche konnte sich nicht bewegen oder
stehen. Unsere Unterstützung half auch nicht. Der halbe Tag war um und sie hatte
sich wieder nicht gelöst. Ständig fuhren wir sie in der Schubkarre (damit
transportierte ich, Silvia, sie hin und her wenn Holger nicht zu Hause ist. Ich
mußt zur Kontrolle zur TA und damit die Hündin ins Auto bekommen) in den Garten.
Und damit sie unter Aufsicht war, nahmen wir sie einfach so überall im Haus mit
hin. Abends, nach vielem Bauchmassieren,
wollten wir mit Hilfe von krampflösenden Zäpfchen Entspannung herbeiführen. Als
Holger sich auf den Weg zum TA machte, um diese zu holen, ich kurz in der Küche
etwas aus dem Schrank nahm – stand Binoche auf. Als ich nicht ganz eine Minute
später in den Garten zurückkehrte löste sie sich. Ich jubelte innerlich und
Holger konnte den Trip zum TA abbrechen. Sie lief autark auf ihren drei Beinen
umher.
Danach ging es stetig bergauf. Und
die Schubkarre konnte wieder in den Gartenunterstand.
22.07.07
Binoche hat nur noch auf dem Laminat Schwierigkeiten beim Aufstehen. Das
Parkett, die Fliesen und sonstige feste Untergründe hat sie sicher unter den
Pfoten. Sie „rennt“ schon ziemlich schnell durch den Garten und das Rudel
benimmt sich zunehmen normal.
Gerade Ainra, welche für Binoche
die stärkste Bindung darstellt, hatte die größten Schwierigkeiten. Aber heute
liegen die beiden schon wieder gemeinsam auf der Recamière.
Mit einer ausgedienten Short aus
Holgers Bestand bedeckt, kommt sie nicht an die Narbe – so kann diese in Ruhe
abheilen. Im Gegensatz zu den unteren, amputieren Extremitäten scheint oben
alles einigermaßen gut zu verheilen.
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Am 25.05.2007 ist Binoche an der Pfote am rechten Hinterlauf eine Zehe amputiert
worden. Das Gewebe war so stark zerstört, daß Binoche ohne ihre täglichen
Verbände nur noch auf dem blanken Knochen dieser stark zerstörten Zehe gelaufen
wäre. Wir hoffen mit dieser Maßnahme, den Rest der Pfote erhalten zu können,
damit Binoche in Zukunft wieder mit ihrer Familie spazieren gehen kann.
Die folgenden Bilder sind nichts für
schwache Nerven ...
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Was ist Neospora caninum?
Er
ist klein und gemein, verursacht Fehlgeburten und stellt eine tödliche Bedrohung
für Hunde und Rinder dar. Sein Name: Neospora caninum.
Der "neue Hundeparasit", so die sinngemäße Übersetzung, wurde erstmals in
den 80- er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Gehirn eines Hundes entdeckt.
Wenige Jahre später fanden Forscher denselben Erreger auch bei Rindern. Seitdem
führen Wissenschaftler zwischen 20 und 40 Prozent aller unklaren Fehlgeburten
bei Kühen auf das Treiben von Neospora caninum zurück. Nur: Wie kommt der
Parasit vom Hund zum Hornvieh?
Landwirte scheinen die Antwort längst zu wissen: weil Hunde ihr Geschäft auf
Wiesen und Weiden verrichten. Mit dem Kot wird nämlich auch der Erreger
ausgeschieden, der dann von den Kühen aufgenommen wird. Dabei spielt es keine
Rolle, ob die Rinder auf der Weide frisches Gras fressen oder mit Heu gefüttert
werden. Beim Rind gilt allerdings die Infektion über die Plazenta als einziger
natürlicher Infektionsweg: Dabei überträgt eine bereits infizierte Kuh den
Erreger während der Trächtigkeit auf ihr Kalb. Denn nicht jedes Tier, das sich
angesteckt hat, wird auch augenfällig krank. Aus diesem Grund kann es vorkommen,
daß frisch geborene Kälber den Parasiten bereits in sich tragen - lange bevor
sie das erste Mal ins Gras beißen.
Damit Neospora caninum sich entwickeln und verbreiten kann, benötigt der
Einzeller zwei Wirte - einen Zwischenwirt (Rind) und einen Endwirt (Hund). Im
Zwischenwirt lagert sich der Parasit im Gewebe ab, vorrangig in Muskeln, Gehirn
und inneren Organen. Frißt ein Endwirt infiziertes Gewebe, kann sich Neospora
caninum im Darm des Hundes vermehren und Dauerstadien ausbilden.
Der Erreger benutzt Hunde allerdings nicht nur als End-, sondern auch als
Zwischenwirte. In diesem Fall siedelt der Parasit nicht im Darm, sondern befällt
das Gewebe des Hundes - ähnlich wie bei Kühen. Trächtige Hündinnen, die den
Parasiten als Zwischenwirt beherbergen, können daher ihren Nachwuchs infizieren,
so daß bereits Welpen den Parasiten in Muskeln und Organen in sich tragen.
Doch ob Hornvieh oder Hunde - infizierte Tiere müssen nicht notwendig erkranken.
In den meisten Fällen verursacht der Erreger keine oder nur leichte
Krankheitszeichen. Erst wenn sich Neospora massiv vermehrt, treten
Entzündungsreaktionen im Gehirn auf. Meist sind Gangstörungen die Folge: Die
Tiere stolpern, haben keine Kraft mehr in den Beinen und zittern. In schlimmeren
Fällen kommt es zu Fieber und Atembeschwerden, die vereinzelt auch zum Tod der
erkrankten Tiere führen können. Besonders gefährdet sind Welpen und Jungtiere.
Bislang sind Neosporen, also Infektionen mit Neospora caninum, eher
selten. Aus diesem Grund erfolgt eine Diagnose oft erst nach mehreren
Untersuchungen, da kaum ein Tierarzt an den neuen Hunde-Parasiten denkt. Da auch
die Therapie oft problematisch ist, müssen hochgradig erkrankte Jungtiere im
Regelfall eingeschläfert werden. Infizierte Muttertiere sollten nicht mehr zur
Zucht verwendet werden.
Quelle: Tier und Gesundheit animal, Jg 1, 1 - 2003
Hunde infizieren sich durch die orale Aufnahme von Parasitenstadien in
infiziertem Gewebe, also Gewebszysten aus Gehirn und Muskulatur von
Zwischenwirten oder aus Abortmaterial. Ob eine natürliche Infektion des Hundes
durch die orale Aufnahme von sporulierten Oozysten möglich ist, konnte
bisher noch nicht nachgewiesen werden. Unklar ist auch, wie viele Hunde unter
natürlichen Bedingungen überhaupt Neospora-Oozysten ausscheiden. Trotz
intensiver Suche nach Hunden, die unter natürlichen Bedingungen
Neospora-Oozysten ausscheiden, sind bisher nur wenige Fälle diagnostiziert
worden. Auch bei Safara und Binoche sind trotz nachweislicher Neosporen im
Liquid und Serum keine Oozysten im Kot nachweisbar. (So wurden in einer
deutschen Studie von 11586 Hundekotproben nur 0,009% als Oozysten von
N.caninum diagnostiziert).
Neben dem gehäuften Auftreten von Aborten und hoher Jungtiersterblichkeit
äußert sich die Neosporose durch Entzündungsreaktionen im Gehirn, hervorgerufen
durch starke Parasitenvermehrung mit folgenden Ausfallerscheinungen, oft
Muskelschwäche, wobei hier meist die Hinterhand am stärksten betroffen ist.
Andere Krankheitsanzeichen können Fieber, Atembeschwerden oder Zittern sein. Der
sichere Nachweis von Neospora caninum erfolgt mittels serologischer
Antikörperbestimmung. Eine Behandlung betroffener Tiere ist möglich, jedoch gibt
es zur Zeit kein Medikament, womit man den Parasiten gänzlich bekämpfen kann.
Quelle: Tierklinik Schön
Krankheitsverlauf bei Binoche (Stand 21.05.2007)
Lähmungserscheinungen der Hinterhand ab der vierten Lebenswoche
Ab der sechsten Lebenswoche nur noch Hasenhoppeln - erster TA Kontakt; unser Verdacht: Skelettfehler
Röntgen, keine Diagnose, erste Cortison-Spritzen entlang der Wirbelsäule (so genanntes „Quaddeln“ – bekannt auch bei Pferden mit Verspannungen im Rücken)
mehrere Akupunktur Sitzungen - ohne sichtbare Verbesserung des Zustandes dazu Gabe von chinesischen Heilkräutern
3 Visiten in der Tiermedizinische Hochschule Hannover (unsere behandelnde Tierärztin Fr. Dr. Wirth hat dort promoviert), digitales Röntgenbild – Verschiebung der Lenden (Sitzhaltung) aber keine Diagnose für die akuten Lähmungserscheinungen.
MRT (Magnetresonanz-Tomographie) Diagnose: Nerven geben falsche Signale an die Muskeln
Entnahme von Liquor Flüssigkeit – Nachweis von Neospora caninum im Liquor sowie Serum.Anti-Körper–Titer Nachweis bei der Mutterhündin Safara. Bei allen B-Geschwistern und Alané kein Nachweis für einen Neospora Kontakt
Keine Ausscheidung bei Safara und Binoche von Neosporen über den Kot
Die Neospora hat den zentralen Nerven des rechten Hinterbein und Teile der Muskulatur zerstört Auch der linke Nerv mit Muskel ist geschädigt.
Hornhaut löst sich von den Ballen, Entzündungen an den Übergängen ins Fell (Verbände, schmerzstillende Medikamente (Metacam)
Entnahme von sechs Biopsien über den Ballen, sowie die Übergänge ins Fell
eine weitere Gabe von Cleorobe um die eventuell verbliebenen Neosporen in der Pfote zu eliminieren. Leider ist es nicht möglich, einen Nachweis zu erhalten, ob die in der Pfote nachgewiesenen Neosporen noch organisch sind oder schon verkapselt – und damit nicht mehr mit Medikamenten zu erreichen.
Nachdem die Schwellung über Wochen nicht in den Griff zu bekommen war mußte Cortison eingesetzt werden. Nach Abschwellen der starken Entzündung läuft Binoche auf dem blanken Knochen, die Zehe muß amputiert werden.
Nun versuchen wir einen Orthopäden zufinden,
welcher einen Prothese anfertigen kann um die Belastung der verbleibenden
Zehen zu verringern. Da das Gewebe dem Bewegungsdruck nicht standhalten kann
hoffen wir auf einen „Stoßdämpfer“ als Puffer.
... und das sind die Bilder













